Ki-60 IJA Heavy Fighter / RS Models 92029

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Fazit Kurzform

Sauber gespritzter Plastikbausatz von RS-Models eines seltenen japanischen Musters; aufgepeppt mit einem famosen Ätzteilsatz von Eduard!

 

Original/Geschichte

Vor und während des Zweiten Weltkriegs wurden japanische Flugzeuge fast ausschließlich mit Radial-Motoren ausgestattet. Die einzige wirklich bekannte Ausnahme während des zweiten Weltkrieges war die Ki-61 Hien – und eben die Ki-60.

Die Ki-60 war ein Produkt des Designteams Takeo Doi und Shin Owada, die zur damaligen Zeit bei Kawasaki Aircraft Industries tätig waren. Das Flugzeug wurde von einem von Kawasaki in Lizenz gebautem DB-601A-Motor angetrieben – dem Ha-40.

Die Ki-60 sollte nach einer Anforderung der Japanischen Luftwaffe als schwerer Jäger ausgelegt sein. Und obwohl der Ki-60 eigentlich Priorität eingeräumt wurde, stellte sich die ab 1940 parallel dazu entwickelte leichte Jägerversion – die Ki-61 – als das Flugzeug heraus, das in Produktion gehen sollte. Von der Ki-60 wurden lediglich drei Prototypen gebaut.

Der erste Prototyp der Ki-60 wurde im März 1941 fertiggestellt und erprobt. Dieser Prototyp wurde noch von einem importierten DB 601A angetrieben, da die Produktion des Ha-40 noch nicht begonnen hatte.

Die bestand aus zwei synchronisierten, im Rumpf montierten 12,7 mm Ho-103 Maschinengewehren  Mauser MG 151/20 20 mm Kanonen waren in den Flügeln untergebracht. Mit Beginn der Flugerprobung wurde deutlich, dass der Entwurf in einigen Bereichen fehlerhaft war. Die notwendige Startstrecke war zu lang, während des Fluges zeigte die Maschine Instabilitäten und war schwer zu kontrollieren.

Aus diesem Grunde wurden der zweite und dritte Prototyp noch rasch modifiziert. Rund 100 kg wurden eingespart, vor allem durch den Austausch der Mauser Kanonen mit Ho-103 Maschinengewehren. Ebenfalls wurde die Flügelfläche leicht vergrößert. Dennoch waren die Leistungen der modifizierten Prototypen enttäuschend. Die Maschinen erreichten nun zwar mit 560 km/hnahezu die projektierten 600 km/h – die Steigrate blieb allerdings deutlich unter den Spezifikationen. Ab Anfang 1941 konzentrierte sich das Designteam dann auf die Ki-61 und nutzte die mit der Ki-60 gemachten Erfahrungen, um dieses Muster zu einem erfolgreicheren Flugzeug zu machen.

 

Bausatz

Der Bausatz kommt in einer farbig bedruckten seitlich zu öffnenden „Schüttbox“. Die Packung zeigt die Maschine im Luftkampf mit einer B-25 der Alliierten. Auf der Rückseite sehen wir die beiden zu bauenden Lackierungsvarianten mit Farbangaben für Gunze (Mr. Color und Aqueous) sowie Agama.

In der Packung befinden sich 31 sauber gespritzte Teile an einem Sprue. Die braune Farbe erinnert sofort an die Bausätze von Eduard. Gut möglich, dass RS-Models nicht nur die Ätzteile dort fertigen lässt. Qualitativ macht das gebotene jedenfalls einen sehr guten Eindruck.

Die Blechstöße sind in feinen, nicht zu tiefen Gravuren dargestellt, die dem fertigen Modell ein realistisches Aussehen geben.

Die Cockpithaube ist sauber gespritzt und klar.

Der beiliegende Ätzteilbogen ist ein besonderes „Schmankerl“, da dieser direkt von Eduard stammt und dies auch nicht verschwiegen wird. Hauptsächlich das Cockpit wird mit diesen Bauteilen bestückt, von denen bereits einige in bekannter Eduard-Manier vorlackiert sind!

Die Decals sind dünn und sauber gedruckt und absolut im Register. Es lassen sich zwei Maschinen bauen, die 1944 im Einsatz gewesen wären. Da die Ki-60 jedoch nie Einsatzreife erlangte und generell nur sehr wenige Fotos existieren, sind diese Angaben wahrscheinlich reine Fiktion (What-if).

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Fazit

RS-Models hat hier insgesamt eine feines Modell abgeliefert. Da der Spritzling jedoch zu 100% identisch ist mit dem des ersten Prototypen hat der fortgeschrittene Modellbauer sicher noch Möglichkeiten die Details der (wahrscheinlich) auf den späteren Prototypen basierten, fiktiven Maschine anzupassen. Wer sich für die japanische Luftwaffe interessiert erhält einen tollen Bausatz eines aussergewöhnlichen Flugzeuges, der viel Bastelspaß garantiert.

Der Bausatz ist schon etwas älter, sollte jedoch bei vielen Händlern noch verfügbar sein. RS-Models listet ihn jedoch bereits als „Sold out“.

Der Preis beträgt ca. 20 EUR

 

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