F-15E Strike Eagle / 1:144 / Revell 03996

Mit Revells neuer F-15 E steht endlich ein zeitgemäßer Bausatz des Eagle auch im Maßstab 1:144 bereit. Gute Detaillierung und Paßgenauigkeit zeichnen dieses Modell aus neuen Formen aus.

Geschichte

Die F-15E ist die Angriffsversion des legendären Luftüberlegenheitsjägers F-15. 1984 gewann dieses Flugzeug den von der USAF ausgeschriebenen Wettbewerb für ein künftiges „Dual Role“ Kampfflugzeug, das die F-111 ablösen sollte. Seit 1989 stehen die zweistrahligen, zweisitzigen F-15E, die eine Höchstgeschwindigkeit ohne Außenlasten von bis zu Mach 2,5 in großer Höhe erreichen, bei der USAF im Einsatz. Ihre erste Feuertaufe erhielten sie im ersten Golfkrieg und bewährten sich seither bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen, an denen die USAF seitdem beteiligt war. 1994 wurde die letzte der ursprünglich 200 Flugzeuge geliefert. Allerdings bestellte die USAF zwischen 1997 und 98 nochmals Ersatz für im Einsatz verloren gegangene Flugzeuge.

Daneben konnten aber auch Exporterfolge verbucht werden: Israel (F-15I Ra`am), Korea (F-15K Slam Eagle), Singapur (F-15GS) und Saudi Arabien (F-15S) erhielten die Angriffsversion der F-15.

 Bausatz

Die meisten F-15E Modelle stellen das große Vorbild nur unzureichend dar. Sie wurden mit einigen Änderungen aus den bereits auf dem Markt befindlichen Standardformen entwickelt (Dragon, Hasegawa 72, Academy 72 etc.). Weder die breiteren Reifen, die Beulen auf den Hauptfahrwerkschächten oder die Pylone unter den Conformal Tanks sind richtig dargestellt. Die hornförmigen Lufteinläufe auf den Tanks fehlen bei vielen Bausätzen auch in den größeren Maßstäben. Der Revell Bausatz ist ein Modell aus neuen Formen und lehnt sich nicht an andere Versionen der F-15 an. Die 62 Einzelteile zeichnen sich durch Paßgenauigkeit und gravierte Details aus. Eine ausführliche Bauanleitung begleitet die Montage in 20 Schritten.

Das Cockpit entspricht mit Instrumentenbrettern, Seitenkonsolen, Steuerknüppeln und Schleudersitzen dem Standard, den man von Revell heute erwartet. Da die Instrumentenbretter und Konsolen nicht graviert sind, wären sie ideal für Decals, die leider nicht beiliegen. So muß man schon den feinen Pinsel bemühen. Dafür paßt das Cockpit, an das auch der Bugradschacht angegossen ist, auch ohne Nacharbeit in die Bugsektion. Die Bauanleitung rät zwar nicht zu Ballast, trotzdem würde ich etwas Gewicht im Bug verstauen, damit das Modell später sicher steht. Die Cockpithaube ist bereits geteilt und kann geöffnet dargestellt werden.

Der hintere Rumpf, an den auch Tragflächen und Höhenleitwerke angespritzt sind, ist horizontal geteilt. Vor dem Zusammenkleben muß ein Spant (8) mit den Fans der beiden Treibwerke eingebaut werden. Heck und Bug passen gut zusammen. Auch die Montage der Conformal Tanks ist unproblematisch. Die Lage der hornförmigen Lufteinläufe (28) auf diesen Tanks ist gut markiert und sie lassen sich einfach ankleben. Das Gleiche gilt auch für die zahlreichen Pylone.

Das Fahrwerk ist trotz seiner Feinheit stabil. Die Fahrwerkklappen sind für den geschlossenen Zustand optimiert. Bei ausgefahrenem Fahrwerk müssen die Bugklappen entlang einer Gravur zersägt werden. Da die vorderen Hauptfahrwerkklappen nur während des Ein- (Aus)Fahrvorgangs und zur Wartung geöffnet werden, sind sie nur durch Gravuren dargestellt. Dies erschwert allerdings die Darstellung anderer F-15 Versionen: Bei der F-15 E und deren Exportversionen sind sie wegen der breiteren Reifen ausgebeult, was Revell korrekt wieder gibt. Wer eine frühere Version (bis F-15D) darstellen will, sollte diese Beulen abschleifen. Die Triebwerke liegen nur in der heute gebräuchlichen Form ohne „Turkey Feathers“ bei. Während USAF F-15E von Anfang an ohne geliefert wurden, hatten zum Beispiel Israelische F-15 auch die F-15I diese Teile länger als die USAF montiert. Der Steiß zwischen den Triebwerken, der den Fanghaken aufnimmt, fehlt bei der F-15E. Auch dies hat Revell richtig dargestellt, erschwert aber wieder den Bau früherer Versionen.

Bei den Außenlasten enttäuscht Revell etwas: Es liegen nur 2 Zusatztanks und Air to Air Bewaffnung (4x Sidewinder, 2xAMRAM)zur Selbstverteidigung bei. So taucht die F-15E zwar oft auf Flugtagen auf. Die leider inzwischen seltenen Displays werden sogar meist clean geflogen. Auch mußten die eigentlich für den Erdkampf vorgesehenen F-15E inzwischen öfter Abfangeinsätze fliegen, als etwa die frühen Versionen der F-15 und dann die F-22 gegrounded waren. Im Strike-Einsatz trägt die F-15E seit 1991 mindestens zwei Pods ( LANTIRN und neuerdings Lockheed Martin Sniper) unter den Lufteinläufen und unterschiedliche Air to Ground Waffen an den vielen Pylonen. Pods und Offensivwaffen fehlen in diesem Bausatz. Während es in den größeren Maßstäben dazu entsprechende Sets gibt, ist diese Ausrüstung im kleinen Maßstab schwieriger zu beschaffen. Hier kommt der alte Dragon Kit, der sonst von Revells neuer F-15E in jeder Hinsicht deklassiert wird, als Lieferant zu Ehren.

Alle F-15E der USAF sind in FS36118 lackiert. Dabei sind Panels rund um die Triebwerke metallisch belassen. Hier hat sich in der Bemalungsanleitung wohl ein Fehler eingeschlichen: K ist FS36118 Grau (Gunship Gray) und nicht karminrot!

Revell hat Decals für ein Flugzeug des 391 Fighter Squadrons. Mountain Home AFB, das anläßlich des „Tiger Meets of America“ 2005 einen Sonderanstrich erhielt, ausgesucht. So wird das einfarbige Grau durch Tigerstreifen, einen großen Tigerkopf auf dem Bug und eine getigerte Luftbremse aufgelockert. Eine schöne Variante, zu der es leider keine Alternative im Baukasten gibt. Europäische Modellbauer hätten aber sicher gerne auch einen Strike Eagle aus Lakenheath UK gebaut. Vielleicht erbarmt sich ein Decal-Hersteller und bietet Alternativen in 144 an. Verdient hätte es dieser tolle Bausatz.

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Fazit

Endlich gibt es ein zeitgemäßes Modell der eignet F-15E in 1:144. Wegen der guten Paßgenauigkeit und dem unkomplizierten Zusammenbau eignet sich das Modell zum Einstieg in den kleinen Maßstab. Einzige Kritik kann man an der Auswahl der Außenlasten üben, zumal man in 1:144 entsprechende Waffensätze nur sehr schwer bekommt. An Revells Stelle hätte ich auch noch eine zweite Decaloption beigelegt.

 

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