Baubericht – Eduard – Messerschmitt Bf 109G-14

Messerschmitt in der Squadriglia
„One-O-Nine“ muss nicht unbedingt deutsch sein

Bausatz und Vorbild
Wie seinerzeit von Hasegawa in großem Maße ausgeübt, hat Eduard nun auch den Bausatz der Bf 109G-6 mit anderem Deckelbild für die Nachfolgevariante G-14 auf den Markt gebracht.

Der Inhalt des Bausatzes hat sich jedoch, bis auf die Decals und Typbezeichnung nicht verändert. Wie auch, denn die späten G-6 waren äußerlich kaum von den G-14 Typen zu unterscheiden.

Ich habe mich dieses Mal bewusst nicht für eine deutsche, sondern einer verbündeten Markierungen, also der „ANR“ entschieden. Geht man etwas mehr ins Detail fallen beim genaueren betrachten dieser Untervariante diverse Punkte auf, welche diese G-14 aus dem Erla Maschinenwerk GmbH, Leipzig aufweist.

Beispielsweise hatten die Erla G-14 aus diesem Nummernblock den MW50 als auch GM1 Einfüllstutzen sowie den erhöhten Öleinfüllstutzen hinter dem Spinner backbordseitig. Ferner ist das erhöhte Leitwerk mit dem Flettnerruder und den Trimmkanten auf Fotos des Originals wie auch das lange Spornrad zu sehen. Die Motorabdeckung entspricht der des Typs 041, welche lediglich um die Bewaffnungsmulden herum Blechstöße aufwies. Will man diese Details umsetzen, machen diese das Modell zu einer waschechten Erla G-14.

Cockpit und Rohbau
Wie so oft wird mit dem Cockpit begonnen, wobei zu dem Brassincockpit noch Papiergurte aus der FABRIC-Reihe Verwendung fanden.

Diese machen einen guten Eindruck und wirken im eingebauten Resincockpit sehr realistisch. Zwar sind diese sehr zeitaufwendig aufzubauen und bedürfen etwas mehr Geschick, jedoch lohnt sich die Arbeit letztendlich.

Das Cockpit ist im eingebauten Zustand, bedingt durch den Maßstab, nicht mehr so gut zu erkennen, weshalb ich dieses immer etwas heller lackiere als im Original. Hierzu dient eine von mir gemischte Farbe aus RLM75 und 66 zu je 50%. Anschließend wurde in alter Manier gealtert indem ich Kratzer und Abrieb mit einem helleren Ton, bzw. mehreren Tönen, unregelmäßig aufgebracht habe um diese anschließend mit einer dunklen Brühe, hier MiG Wash, zu waschen. Sämtliche Schalter, Hebel sowie Kleinteile sind ebenfalls mit Vallejofarben behandelt worden.

Nach dem Zusammensetzen der beiden Rumpfhälften und Einsetzen des Kunststoffteils T2, bzw. T3 kommen die ersten Fragen bezüglich des Bauloses auf. Die Antworten finden sich in diversen Publikationen, dem Internet und Recherchen mit gleichgesinnten Freunden, welche ebenfalls interessierte Modellbauer sind.

Wie bereits oben erwähnt mussten diverse Änderungen vorgenommen werden, die Zugangsklappen für die GM1 Anlage gravierte ich Steuerbordseitig hinter dem Cockpit unter die MW50 Zugangsklappen ein. Der Stoß des Bauteils T2 und der Öleinfüllstutzen hinter dem Spinner backbordseitig ist bei diesem Baulos nicht dem Original entsprechend und musste daher mit Hilfe von Spachtelmasse verschlossen werden. Die Flügelsektion hingegen stellte keine Hürden dar und wurde, wie im Plan vorgegeben, zusammengesetzt.

Mit dem Zusammensetzen der Flügel mit dem Rumpf ist der Rohbau abgeschlossen, somit kann es nun an die Farbgestaltung der „ANR“ Messerschmitt gehen. 

Jetzt kommt Farbe ins Spiel
Glaubt man dem Bauplan ist diese Bf 109G-14 in den Standardfarben RLM 76/75/74 lackiert und anschließend mit 70´er Flecken von den Italienern nachbehandelt worden.

Da diese Maschine jedoch aus dem Erla Maschinenwerk GmbH stammt und Ende 1944 gebaut wurde gehe ich davon aus, dass die Farbe RLM74 nicht zutrifft. Aus diesem Grunde ersetzte ich diese durch den Farbton RLM83. Ferner habe ich mich für die Farbe RLM84 als Grundfarbe des Seitenruders entschieden, was jedoch nicht auf Recherche beruht sondern meiner Erfahrung entstammt. Denn im März ´45, woher diese Maschine stammt, war die Farbe RLM84 standardmäßig bei den Jagdflugzeugen, Bf109 und Fw190 im Einsatz.

Das Ruder konnte also, so meine Idee, nach Beschussschäden ausgetauscht worden sein. Dies ist zwar nicht belegt, jedoch durchaus im Rahmen des Möglichen und gängige Praxis gewesen. In Kombination mit der im Vorfeld genutzten Pre-Shading Technik ergeben sich beim lackieren des RLM76 bereits erste Schattierungen im Lack erkennen und lassen diesen lebendiger aussehen. Der Sichtschutzanstrich oberseitig bestehend aus RLM 75 und 83 ist in mehreren Schritten aufgetragen worden da die feinen Übergänge volle Konzentration abverlangen.

Allzu schnell hat man bei einer solchen Lackierung einen Krampf in der Hand, aus diesem Grunde lackiere ich in mehreren Stadien und beginne erst einmal mit den Grundfarben auf Flügel und Rumpfrücken. Der zweite Schritt der Grundlackierung beinhaltet das Auftragen der Flecken am seitlichen Rumpf. Hierfür nutzte ich die Farben RLM75 und einem Ton ähnlich dem des RLM83, da besonders die Flecken unter dem Emblem der zweiten Squadriglia, feldmäßig aufgetragen wurde.

Mit den Flecken der Rumpfseiten ist die Grundlackierung abgeschlossen, was nun folgt ist eine Gratwanderung zwischen realistischem und doch nicht tristen Verwittern eines Modells welches gegen Ende des Krieges noch immer pausenlose Einsätze unter Materialermüdenden Bedingungen erlebte.

Abnutzung, aber wie…
Beim Bild des Originals erkennt man, dass das Flugzeug, wie bei der Luftwaffe auch, feldmäßig mittels zweigen und Ästen abgetarnt und zwischen Bäumen abgestellt wurde. Nach Anbringen der Decals erhält das Gesamte Modell einen einheitlichen Seidenmattlack, sodass das Flugzeug einen gleichmäßigen Glanzgrad aufweist.

Bevor es nun an die Verwitterung bedingt durch die wetterlichen Einflüsse geht werden noch diverse Stellen separat mit Chipping und einem Pin Wash behandelt. Nun folgt die Verwitterung des Lackes, welcher durch die Witterung ausgeblichen und durch Schmutzeintrag verunreinigt war. Der erste Schritt der Verwitterung des Oberflächensichtschutzes beinhaltet das unregelmäßige Aufhellen sämtlicher Flächen, welche von der Sonne in Mitleidenschaft gezogen wurden. Um Schmutzansammlungen an den Blechstößen und Nischen darzustellen verwende ich eine rotbrau-schwarz hochverdünnte Brühe, welche ich entlang aller Blechstöße und Nietreihen auftrage.

Diese Herangehensweise wiederhole ich immer wieder bis mir das Ergebnis zusagt und nicht zu heftig erscheint. Ölschlieren können, je nach Geschmack, mal heftiger, mal dezenter aufgetragen werden. Ich nutze hierfür eine hochverdünnte Mischung aus Ölfarben und Balsam-Terpentinöl.  Die Abgasspuren bestehen aus einer Mischung von Gunzes Soot (Ruß), hochverdünntem dunkelbraun und einem Hauch hellem Grau.

Da wir es hier mit einer späten Variante der Bf 109 zu tun haben darf man nicht vergessen, dass dieser Typ Holzpropellerblätter im Einsatz hatte. Aus diesem Grunde ist bei der Verwitterung dieser peinlichst darauf zu achten, dass ein Silberton oder hellgrau nichts verloren hat. 

Fazit
Zwar mittlerweile keine Neuheit mehr, jedoch für mich noch immer ein Highlight in der Vitrine ist Eduards Messerschmitt Bf109´er Reihe allen Konkurrenten des gleichnamigen Typs erhaben.

In den Farben der ANR zudem noch ein seltener Blickfang in den Reihen deutscher Jagd- und Kampfflugzeugen. Der Bausatz an sich macht, trotz der mittlerweile Vervielfachung an Untervarianten, mächtig Spaß und wird sicher nicht die letzte 109 sein welche ich gebaut habe.

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